{"id":496,"date":"2019-01-20T16:40:08","date_gmt":"2019-01-20T16:40:08","guid":{"rendered":"http:\/\/kbv-wiesederfehn.de\/?page_id=496"},"modified":"2019-01-20T16:40:08","modified_gmt":"2019-01-20T16:40:08","slug":"schautafel-100-jahre-kbv","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kbv-wiesederfehn.de\/?page_id=496","title":{"rendered":"Schautafel 100 Jahre KBV"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Schautafel zur Vereinsgeschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu\nunserem 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um haben wir neben der Neueinweihung unseres\nGedenksteins am 28.02.2014 auch eine Schautafel am Dorfgemeinschaftshaus\nenth\u00fcllt. <\/p>\n\n\n\n<p>In\nkurzer Form wird die Entstehung unserer Ortschaft und unseres Vereins\ndargestellt, ebenso werden unsere uralten Sportarten Klootschie\u00dfen und Bo\u00dfeln\nbeschrieben. Die Schautafel wurde von Peter Junker von Print Media, Wiesmoor gestaltet und erstellt, die Texte wurden von Christian\nM\u00fcller ausgearbeitet.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Die\nSchautafel ist ein echter Hingucker im Au\u00dfenbereich des\nDorfgemeinschaftshauses.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"427\" src=\"https:\/\/kbv-wiesederfehn.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/image001-2-1024x427.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-497\" srcset=\"https:\/\/kbv-wiesederfehn.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/image001-2-1024x427.png 1024w, https:\/\/kbv-wiesederfehn.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/image001-2-300x125.png 300w, https:\/\/kbv-wiesederfehn.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/image001-2-768x320.png 768w, https:\/\/kbv-wiesederfehn.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/image001-2-150x63.png 150w, https:\/\/kbv-wiesederfehn.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/image001-2.png 1137w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Die\nTexte der jeweiligen Themen <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Text\n1 &#8211; Entstehung Wiesederfehns und des Klootschie\u00dfer- und Bo\u00dfelervereins \u201eHier up\nan\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bis\nzum Horizont Heide und Moor \u2013 im Westen dieses Fleckens ein fast\nun\u00fcberwindbares Hochmoor, das nur \u00fcber einen schmalen Pfad durchquert werden\nkonnte, um den n\u00e4chstgelegenen Ort, Strackholt, zu erreichen. Dieses Moor wird\nman erst Anfang des 20. Jahrhunderts im industriellen Ma\u00dfstab kultivieren und\ndie Stadt Wiesmoor darauf gr\u00fcnden. <\/p>\n\n\n\n<p>1796\nist man an dieser Stelle schon weiter. Zwei Kolonisten beantragen \u201e2 Diemat\nHeidfeld zur Cultur und Hausbau\u201c. Das Fehn in der N\u00e4he von Wiesede wird\naufgrund des Ediktes des Preu\u00dfenk\u00f6nigs Friedrich des&nbsp; Gro\u00dfen zur Urbarmachung der im F\u00fcrstentum\nOstfriesland befindlichen W\u00fcsteneyen gegr\u00fcndet \u2013 \u201eWieseder \u2013 Vehn\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein\nReihendorf entsteht an einer 1805 ausgebauten Wegstrecke mit geradliniger\nTrassenf\u00fchrung dank staatlicher Planung.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Weg \u2013 die heutige Bundesstra\u00dfe 436 \u2013 war bis Ende der 50iger Jahre die Heimstrecke der Bo\u00dfeler von Wiesederfehn. Die Einwohner waren anfangs vorwiegend Landwirte und verbrachten in einem bescheidenen und ruhigen Lebensstil ihr Dasein \u2013 in der Winterzeit griff man zum Zeitvertreib zur Bo\u00dfelkugel und warf gegen die benachbarten D\u00f6rfer in loser Folge.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1900 wurden die ersten Vereine in der n\u00e4heren Umgebung gegr\u00fcndet. Es dauerte dann nicht mehr lange, bis sich auch in Wiesederfehn mehrere Einwohner zusammentaten, um den Klootschie\u00dfer- und Bo\u00dfelerverein \u201eHier up an\u201c Wiesederfehn am 28. Februar 1914 aus der Taufe zu heben. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges ruhte die Vereinst\u00e4tigkeit dann allerdings wieder, denn viele Vereinsmitglieder wurden zum Kriegsdienst eingezogen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Stra\u00dfenbo\u00dfeln galt der KBV \u201eHier up an\u201c nach den Weltkriegen bald wieder als Favorit. Mehrere Male wurde in den 50iger Jahren die Verbandsmeisterschaft im Alten Amt Friedeburg errungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Am 01.03.1964 gr\u00fcndete sich der\nDamenverein \u201eHier up an\u201c Wiesederfehn. <br>\nDamals war die Vereinsgr\u00fcndung der Frauen ein mutiger Schritt, man war ein <br>\nVorreiter im Friesischen Klootschie\u00dferverbandes ( FKV).<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die eifrige F\u00f6rderung der Sch\u00fcler und Jugend in den letzten Jahren\u00a0 strebt der KBV weitere neue Ziele an. Die Jugendlichen des KBV erzielen mit Regelm\u00e4\u00dfigkeit auch auf der Ebene des FKV herausragende Erfolge. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese sportlichen Erfolge im Jugendbereich\nkorrespondieren mit einer Etablierung der ersten Herren- und Damenmannschaft im\nh\u00f6herklassigen Bo\u00dfelspielbetrieb des Landesverbandes Ostfriesland, sodass das\nBo\u00dfeln und Klootschie\u00dfen auch im 21. Jahrhundert eine Heimat in Wiesederfehn\nhaben werden.<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Text 2 &#8211; <\/strong><strong>Klootschie\u00dfen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Klootschie\u00dfen\nder Ostfriesen wurde zwar erst im 18. Jahrhundert zum ersten Mal urkundlich\nerw\u00e4hnt, aber sicher ist, dass seine Geschichte viel weiter zur\u00fcckreicht. Es\nhei\u00dft, dass der aus Lehm oder Klei (Marschboden) gebrannte &#8222;Kloot&#8220;\n(Klumpen) in seinem Ursprung eine Verteidigungswaffe war. So soll schon der\nR\u00f6mer Tacitus berichtet haben, dass die Friesen mit Wurfgeschossen aus\nsonnengebrannten Lehmkugeln Eindringlinge aus ihrem Land vertrieben haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter entwickelte\nsich daraus ein Sport, in dessen Umfeld das Wetten, Trinken und Feiern der\nbegeisterten Zuschauer \u00fcberhandnahmen, sodass das Klootschie\u00dfen sogar per\nErlass des F\u00fcrsten Georg Albrecht aus Aurich 1731 verboten wurde. Nicht, &nbsp;dass das die Ostfriesen davon abgehalten\nh\u00e4tte!<\/p>\n\n\n\n<p>Heutzutage besteht\nder Kloot aus einer Buchenholzkugel, die in drei Richtungen kreuzweise\ndurchbohrt, mit Blei gef\u00fcllt, im Durchmesser 58 und exakt 784 g schwer ist. Klootschie\u00dfen\nwird zwar von deutlich weniger Sportlern als das Bo\u00dfeln ausge\u00fcbt, dennoch sind\nKlootschie\u00dfer unter den Friesensportlern h\u00f6her angesehen. Dies liegt vor allem\nan der nicht ganz so einfach zu erlernenden Wurftechnik: Nach einem etwa 25\nMeter langen Anlauf folgt eine komplizierte Kombination&nbsp; aus Bein- und Armbewegungen, in deren Verlauf\nder Werfer eine Rampe hinaufspringt, den Wurfarm&nbsp; weit nach hinten rei\u00dft und den Kloot in einer\nfast 360\u00b0 weiten Wurfbewegung von unten nach vorne wirft und dabei die volle\nWucht der Sprungbewegung mitnimmt. <\/p>\n\n\n\n<p>Gute Werfer\nerreichen damit&nbsp;beachtliche Weiten. Der Ostfriese Gerd Gerdes <br>\nstellte 1934 einen legend\u00e4ren Rekord von 101,50 Metern auf, der erst 1995 durch\nden Auricher Harm Henkel gebrochen wurde. Heute liegt der Weltrekord bei 106,20\nm, geworfen von dem Norder Stefan Albarus am 30.06.1996<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Text 3 &#8211; Bo\u00dfeln<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der\nBo\u00dfelsport hat sich aus dem Klootschie\u00dfen entwickelt.\nEr wurde wahrscheinlich als Ausgleichsspiel eingef\u00fchrt, da mangels Frostwetter\nkein Klootschie\u00dfen durchgef\u00fchrt werden konnte. Das Bo\u00dfeln\nbietet den Vorteil, dass man es auf vielen Nebenstra\u00dfen zu allen Jahreszeiten\nbetreiben kann. Wichtig ist, dass der Werfer die Beschaffenheit der Stra\u00dfe\nkennt. Wei\u00df er, welches Gef\u00e4lle sie hat, kann er sich darauf einstellen und\ndementsprechend werfen. Auch kann f\u00fcr den Bo\u00dfeler interessant sein, ob die\nStra\u00dfe eine Spurrille hat, in die er werfen kann.&nbsp; Auf die Beschaffenheit achtet aber meistens\nder Bahnweiser, der dem Werfer entsprechende Tipps zuruft und entscheidet, auf\nwelcher Stra\u00dfenseite der Spieler anzulaufen und wie er zu werfen hat. Die\nTechnik des Bo\u00dfelns ist mit anderen Wurfdisziplinen\nvergleichbar. Der Werfer nimmt bei einem Bo\u00dfelwurf\netwa&nbsp; 15 Meter Anlauf, der mit einem\nAbwurf endet, bei dem die Bo\u00dfelkugel geworfen wird. W\u00e4hrend\nder Bo\u00dfeler langsam anl\u00e4uft und im Laufe des Anlaufes schneller wird, wird der\nWurfarm senkrecht am K\u00f6rper gehalten. Kurz vor dem Abwurf wird der Wurfarm am\nK\u00f6rper entlang nach hinten ausgeholt. Im Moment des Absprungs wird er mit\ngro\u00dfer Geschwindigkeit und gro\u00dfem Kraftaufwand nach vorne geschnellt, um die\nKugel mit einer hohen Geschwindigkeit zu werfen. Der Bewegungsablauf ist\nvergleichbar mit dem Kegeln, nur beim Bo\u00dfeln ist\nrelevant, wie weit man die Kugel wirft. Genauigkeit ist nat\u00fcrlich auch sehr\nwichtig. Beim Abwurf unterscheidet man die drei Wurfarten \u201cliek\nut Hand\u201d, \u201c\u00f6ver\u00b4d Finger\u201d\nund \u201c\u00f6ver\u00b4d Duum\u201d, um die\nKugel mit einem gewissen Drall zu werfen. In Ostfriesland wird mit drei\nunterschiedlichen Kugeln geworfen:<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nUrsprungsmaterial f\u00fcr den <strong>Holzbo\u00dfel<\/strong> wurde neben dem Holz des einheimischen\nKirschbaumes auch das Holz des tropischen Guajakbaumes\nverwendet. Dessen deutscher Ausdruck \u201ePockholz\u201c leitet sich ab von dem aus dem\nHolz gewonnenen Oel, welchem eine Heilwirkung gegen die Pockenkrankheit\nnachgesagt wurde. Die Pockholzkugeln sind heute Kugeln aus schwarzem\nHartkunststoff gewichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gummikugeln<\/strong>\nwerden aus rotem Weichgummistoff (scherzhaft \u201eFlummy\u201c)\nhergestellt. Diese Kugeln sind flexibler und bringen gr\u00f6\u00dfere Weiten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eisenkugeln<\/strong>\nbestehen ganz aus Eisen und sind das traditionelle Wurfger\u00e4t der Iren, auf\nderen Insel das Bo\u00dfeln ebenfalls beheimatet ist. Seit den 60er Jahren sind sie\ndurch die internationalen Wettbewerbe (Europameisterschaften) auch in\nDeutschland als Wurfger\u00e4te anerkannt. Allerdings beschr\u00e4nkt sich dies nur auf\nWettk\u00e4mpfe von Einzelwerfern. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schautafel zur Vereinsgeschichte Zu unserem 100j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um haben wir neben der Neueinweihung unseres Gedenksteins am 28.02.2014 auch eine Schautafel am Dorfgemeinschaftshaus enth\u00fcllt. 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